Änderungsdatum: 07.10.2026
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Honigberger Nachbarschaft in Deutschland

Honigberg

Die Herkunft des Namens Honigberg

Die Gemeinde Honigberg liegt im Osten des Burzenlandes - das Gebiet rund um die siebenbürgische Stadt Kronstadt im Karpatenbogen. Wir gehören zum Volk der Siebenbürger Sachsen. Näheres über die Herkunft unseres Namens und unser Volk gibt es hier. Honigberg heißt: • Sächsisch: Hoenschbrich • Rumänisch: Hãrman • Ungarisch: Harmany oder Szászharmány Es gibt verschiedene Versionen wie Honigberg zu seinem Namen gekommen ist: • Am nahe gelegenen Berg Lempesch soll es viele wilde Bienenschwärme gegeben haben, darauf könnte der "Berg aus Honig" zurückgeführt werden. Der am Fuße des Lempesch entspringende Bach wird auch heute noch "Honigbach" genannt. • Der Ortsnamen kann auch aus der Urheimat mitgebracht worden sein. Bei Aachen soll es eine Ortschaft "Honigberg" gegeben haben und am linken Rheinufer, bei Koblenz, wird ein edler Tropfen, der "Honigberger" gekeltert • Die rumänische und ungarische Benennung wird auf den Namen Hermann zurückgeführt, so hieß wahrscheinlich der Anführer der ersten Siedler bei Honigberg. So ist Honigberg gewissermaßen das "Hermannsdorf" des Burzenlandes, während Hermannstadt, in alten Schriften "Hermannsdorf" genannt, für das Altland zuständig ist. Weitere Informationen und wunderbare Bilder zur Gemeinde Honigberg gibt es an zahlreichen Stellen im Internet . Beispiele: • Die evangelische Kirchengemeinde in Honigberg • Der fantastische Reisebericht In Reiselaune - Geschichten von unterwegs

Geographische Lage

Honigberg ist eine Gemeinde in Rumänien mit ca. 7000 Einwohnern (Stand 2021). Honigberg liegt im Burzenland - eine Hochebene rund um den Fluß Burzen, ca 10 km nordöstlich von der Kreisstadt Kronstadt (Brasov) mit ca. 300.000 Einwohnern.

Geschichte

Heimatkundlichem Lesestoff von Pfarrer Reimesch

In seinem Büchlein „Heimatkundlicher Lesestoff für Honigberg“ aus dem Jahr 1916 publizierte Pfarrer Friedrich Reimesch heimatkundliche Erzählungen mit pädagogischem Charakter aus der Vergangenheit der Gemeinde Honigberg und über ihre Umgebung. Hier ein Auszug aus „Das Honigberger Wappen“: Vor 700 Jahren war das Burzenland noch ein Urwald, reich an Sümpfen und Wild. In diesem schrecklichen Walde wohnte ein wildes Volk, die Kumanen und Petschenegen. Im übrigen Siebenbürgen wohnten schon Szekler und Sachsen. Die Kumanen fielen oft raubend und plündernd in Siebenbürgen ein. Der ungarische König Andreas der Zweite wollte das nicht mehr dulden und schenkte das Burzenland und das Gebiet des Geisterwaldes dem deutsche Ritterorden. Das war eine große Vereinigung streitbarer deutscher geistlicher Herren, die früher im heiligen Lande gegen die Türken gekämpft hatten. Sie brachten viele deutsche Bauernfamilien mit und bekämpften die wilden Kumanen. Sie bauten sich am Alt eine Burg, die sie zu Ehren der Mutter Jesu Marienburg nannten. Von hier aus eroberten sie mit Hilfe der Bauern allmählich das ganze Burzenland und bauten noch mehr Burgen. Im Südosten erbauten sie am Eingang in den Bodsauer Paß eine Burg, die sie zum Andenken an das Kreuz Christi die Kreuzburg hießen. Wenn die Ritter von der Hauptburg des Burzenlandes, von der Marienburg zur Kreuzburg zogen und durch die großen Sümpfe am Leimpesch glücklich hindurch gelangt waren, rasteten sie in dem schönen Eichenwalde. Um dort auch übernachten zu können, bauten sie mitten zwischen Marienburg und der Kreuzburg ein Haus. Dazu kamen immer mehr Gebäude, bis die Ritter eine Gemeinde, unser Honigberg gründeten. Am Rande des großen Sumpfes wurde ein weiter Schanzring aufgeworfen. Hinter diesem Graben standen die großen Wagen der Einwanderer in einem weiten Kreise. Die Männer schützten die Schanzburg gegen die Kumanen und als sie die Feinde verdrängt hatten, rodeten sie den Wald ringsum, dann teilten sie die Hofstellen und die Acker aus. Wenn aber der Feind wieder kam, dann verteidigte sich jede Familie an der alten Stelle der - Burg. Später wurde die Burg mit Mauern umgeben und mitten drin das schöne Gotteshaus gebaut. Leider schenkten die Ritter das jenseits der Karpaten eroberte Land nicht dem ungarischen König, sondern dem Papst und deshalb mussten sie nach 14 Jahren das Land verlassen. Sie zogen weithin nach Norden in das Land der heidnischen Preußen, bauten auch dort eine Marienburg und gründeten das mächtige Land der Preußen, dessen König zugleich deutscher Kaiser ist.

Kurzfassung der Chronologie von Honigberg

Quellen zu diesem Text: Heimatbuch unseres Historikers und Geschichtelehrers Michael Konnerth, Verband der Siebenbürger Entstehung im 13. Jahrhundert Die Anfänge Honigbergs werden gewöhnlich in die Zeit 1211–1225 datiert. In diesen Jahren übertrug der ungarische König Andreas II. das Burzenland dem Deutschen Ritterorden. Der Orden holte deutsche Siedler ins Land und gründete bzw. entwickelte mehrere Siedlungen. Nach dem Abzug des Ordens im Jahr 1225 blieben die deutschen Siedler im Land und bildeten den Kern der späteren siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden. Wikipedia Die erste urkundliche Erwähnung Honigbergs stammt aus dem Jahr 1240. Der Ort erscheint dort als „Mons Mellis“, lateinisch für „Honigberg“ bzw. „Berg des Honigs“. König Béla IV. übertrug damals dem Zisterzienserkloster von Kerz das Patronatsrecht über mehrere Kirchen im Burzenland, darunter Honigberg. Kirche und Kirchenburg Schon im 13. Jahrhundert entstand im Mittelpunkt der Gemeinde eine steinerne Kirche. Die heutige dreischiffige romanische Basilika wird im Wesentlichen in die Zeit um 1270–1300 datiert. Später wurde sie mehrfach umgebaut und erhielt gotische Elemente. Um 1290 entstand der mächtige Westturm. 1400 wird für die Honigberger Nikolaus-Kirche ein Ablassbrief erstellt. 1457 wird die dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche erwähnt 1468 werden die unteren Seitengewölbe der Kirche bemalt Mit den zunehmenden Gefahren durch kriegerische Einfälle wurde die Kirche im 15. und 16. Jahrhundert zu einer gewaltigen Kirchenburg ausgebaut. Die Befestigung erhielt mehrere Mauerringe, Wehrtürme, einen Wassergraben und einen Wehrgang. Innerhalb der Burg entstanden Vorrats- und Wohnräume, in denen die Dorfbewohner bei Gefahr Schutz finden konnten. kirchenburgen.org Damit wurde die Kirchenburg nicht nur religiöses Zentrum, sondern zugleich Schutz- und Versorgungszentrum der gesamten Gemeinde. • 1644 wird der Vorbau des Torturms mit Eingangstunnel errichtet • 1710/11 schenken die Schweden aus dem Heer Karls des XII. den Honigbergern Geld für einen Altar und ein Positiv. • 1787 wird der heutige Barockalter von Franz Eberhard und dem Maler Mohr eingeweiht • 1791 wird die Zugbrücke entfernt • 1794 bekommt der Turm ein neues Dach mit vier Ecktürmchen Kriege und schwere Zeiten Bereits 1241/42 erreichte der große Mongolensturm Siebenbürgen. Später folgten insbesondere im 15. und 16. Jahrhundert Einfälle der Osmanen sowie Truppen aus Moldau und der Walachei. 1421 wurde Honigberg erstmals von den Türken schwer heimgesucht; weitere Angriffe folgten. Besonders schwer waren die Ereignisse des 16. und frühen 17. Jahrhunderts: • 1421 erläßt König Sigismund den Honigbergern den Martinszins für ein Jahr, weil sie durch einen Türkeneinfall großen Schaden erlitten hatten • 1510 leben in Honigberg 132 Wirte, 7 Witwen, ein Siedler, 7 Arme, 1 Müller, 1 Glöckner, 9 Hirte und 1 Schulmeister. 5 Häuser sind wüst. • 1552 wurde Honigberg vom moldauischen Fürsten Ștefan Rareș geplündert und niedergebrannt; die Kirchenburg konnte jedoch nicht eingenommen werden. • 1593 brannten Ort, Kirche und Kirchenburg; 22 Menschen kamen dabei ums Leben. • 1595 wird die niedergebrannte Kirche wieder neu aufgebaut und eingewölbt. • Zwischen 1600 und 1603 wurde der Ort mehrfach von verschiedenen Heeren zerstört. • Am 18. September 1600 brennen die Truppen Michaels des Tapferen Honigberg nieder. • 1612 kam es zu einem der berühmtesten Ereignisse der Ortsgeschichte. • 1710/11 durchziehen die Schweden aus dem Heer Karls des XII. Honigberg Die Belagerung von 1612 Gabriel Báthory, Fürst von Siebenbürgen, zog 1612 mit einem Heer von etwa 7.000 Mann gegen Honigberg. Die Honigberger verweigerten die Übergabe ihrer Kirchenburg. Die Angreifer beschossen die Befestigung und konnten sogar eine Bresche in die Mauer schießen. Die Verteidiger verschlossen diese jedoch während der Nacht wieder. Auch der Kirchturm wurde zur Verteidigung eingesetzt. Nach wenigen Tagen musste Báthory die Belagerung abbrechen. Die Kirchenburg war damit nicht gefallen. Dieses Ereignis wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Honigberger Ortsüberlieferung Bemerkenswert ist, dass die Kirchenburg auch bei späteren Einfällen wiederholt nicht erobert werden konnte. Das Leben der Honigberger Sachsen Über Jahrhunderte war Honigberg eine sächsische Bauerngemeinde. Die Bewohner lebten vor allem von Landwirtschaft, Viehzucht und Handwerk. Wie in anderen siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden bildeten Kirche, Schule und Gemeinde die wichtigsten Institutionen des gesellschaftlichen Lebens. Die evangelische Pfarrgemeinde hatte innerhalb des Burzenländer Kapitels eine besondere Bedeutung. Der Pfarrer von Honigberg gehörte über lange Zeit zu den wichtigen Geistlichen der sächsischen Gemeinden des Burzenlandes. Im Laufe der frühen Neuzeit siedelten sich neben den Sachsen zunehmend auch Rumänen und Roma im Ort an. Dadurch veränderte sich die Bevölkerungsstruktur allmählich. Für das Jahr 1838 wird beispielsweise angegeben, dass von etwa 2.100 Einwohnern noch rund 64 % Siebenbürger Sachsen waren. Vom 18. bis zum 19. Jahrhundert Nach den besonders unruhigen Jahrhunderten stabilisierte sich das Leben in Honigberg zunehmend. Die Kirchenburg verlor allmählich ihre ursprüngliche militärische Bedeutung und wurde stärker zum Mittelpunkt des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. Auch Naturkatastrophen und Krankheiten gehörten weiterhin zum Leben der Gemeinde. Mehrfach wurden die Felder durch Überschwemmungen oder Heuschreckenplagen geschädigt; wiederholt traten schwere Pestepidemien auf. Siebenbürger 1848/49, während der Revolution und der politischen Umwälzungen in Siebenbürgen, wurde die Kirchenburg erstmals in ihrer Geschichte tatsächlich eingenommen. Damit endete die lange Tradition, dass Honigberg seine befestigte Anlage erfolgreich gegen Angreifer verteidigen konnte. Das 20. Jahrhundert – das Ende der alten sächsischen Gemeinde Der entscheidende Einschnitt kam im 20. Jahrhundert. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Siebenbürgen mit Honigberg zu Rumänien. Die Gemeinde blieb zunächst weiterhin stark von der siebenbürgisch-sächsischen Bevölkerung geprägt. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen veränderten diese jahrhundertealte Struktur jedoch grundlegend. Nach 1945 wurden viele Siebenbürger Sachsen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert; später führten politische und wirtschaftliche Veränderungen sowie insbesondere die Auswanderung nach Deutschland zu einem starken Rückgang der deutschen Bevölkerung. Damit ging die über Jahrhunderte gewachsene sächsische Prägung Honigbergs weitgehend verloren. Honigberg heute Heute heißt die Gemeinde offiziell Hărman und gehört zum Kreis Brașov/Kronstadt. Die rumänische Bevölkerung bildet die große Mehrheit. Von der jahrhundertealten deutschen Vergangenheit zeugen jedoch weiterhin die evangelische Kirchenburg, die Kirche, die Befestigungsmauern, die Türme und die erhaltenen sächsischen Baustrukturen. Die Kirchenburg gehört zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Kirchenburgen des Burzenlandes. Besonders eindrucksvoll sind der große Mauerring, die sieben Wehrtürme, die Vorratskammern und die mittelalterlichen Wandmalereien in der Kapelle. Die Gründung der Honigberger Nachbarschaft am 2. Oktober 1982 An diesem Tag fand in Dinkelsbühl das erste eigentliche Honigberger Heimattreffen statt. Gleichzeitig wurde die Honigberger Nachbarschaft in Deutschland gegründet. Als Gründungsväter werden Michael Birk, Albert Zacharias und Stefan Thiess genannt. Zum ersten Nachbarvater wurde Albert Zacharias gewählt. Damit erhielt die verstreute Honigberger Gemeinschaft in Deutschland eine feste organisatorische Form. Die Bezeichnung „Nachbarschaft“ war dabei bewusst an die traditionelle siebenbürgisch-sächsische Dorfgemeinschaft angelehnt. In Siebenbürgen war die Nachbarschaft eine wichtige soziale Einrichtung, die den Menschen bei Hochzeiten, Geburt, Krankheit und Tod beistand und die Gemeinschaft zusammenhielt. In Deutschland bekam diese Tradition eine neue Aufgabe: Nicht mehr das Zusammenleben im selben Dorf musste organisiert werden, sondern die Verbindung zwischen Menschen, die inzwischen weit voneinander entfernt lebten. Die Leiter der Nachbarschaft Die Entwicklung der Nachbarschaft lässt sich auch an ihren Leitern (die Nachbarväter und -mütter) verfolgen: Zeitraum Nachbarvater / Nachbarmutter 1982–1990 Albert Zacharias 1990–1994 Stefan Thiess 1994–2002 Peter Bedner 2002–2010 Anton Madlo ab 2010 Anneliese Madlo als Nachbarmutter

Unser Wappen

Die Mitglieder der Regionalgruppe Burzenland haben bei ihren Tagungen in Crailsheim 2008 und 2009 beschlossen, die Ortswappen als Körperschaftswappen neu zu erstellen und in eine Wappenrolle eintragen zu lassen. Die Wappen sollen als Dokument unserer Herkunft für weitere Generationen dienen. Hierfür wurde als Beispiel das Wappen der Fahne „Sächsischer Veteranenverein Honigberg (1888- 1938)“ genommen. Diese Fahne begleitet nämlich die Honigberger bei den Trachtenumzügen hier in Deutschland. Der Auftrag wurde gemeinsam von allen Burzenländer Gemeinden an die Ostdeutsche Wappenrolle erteilt. Dazu sind Wappenbriefe und –urkunden erstellt worden, die das Wappen mit Beschreibung enthalten. Das Honigberger Wappen ist unter der Nummer 12100210 in der Ostdeutschen Wappenrolle registriert und die Ortsbeschreibung in deutscher, rumänischer und ungarischer Sprache aufgezeichnet. Es heißt, dass die verschmolzenen Buchstaben ‚F‘ und ‚T‘ auf den Deutschen Ritterorden (Fratres Teutonici) zurück zu führen sind.
Burzenland Honigberg Kronstadt Bukarest
Foto: Copyright © Christian Chelu
Änderungsdatum: 07.10.2026 © Alle Rechte vorbehalten

Honigberg

Die Herkunft des Namens Honigberg

Die Gemeinde Honigberg liegt im Osten des Burzenlandes - das Gebiet rund um die siebenbürgische Stadt Kronstadt im Karpatenbogen. Wir gehören zum Volk der Siebenbürger Sachsen. Näheres über die Herkunft unseres Namens und unser Volk gibt es hier. Honigberg heißt: • Sächsisch: Hoenschbrich • Rumänisch: Hãrman • Ungarisch: Harmany oder Szászharmány Es gibt verschiedene Versionen wie Honigberg zu seinem Namen gekommen ist: • Am nahe gelegenen Berg Lempesch soll es viele wilde Bienenschwärme gegeben haben, darauf könnte der "Berg aus Honig" zurückgeführt werden. Der am Fuße des Lempesch entspringende Bach wird auch heute noch "Honigbach" genannt. • Der Ortsnamen kann auch aus der Urheimat mitgebracht worden sein. Bei Aachen soll es eine Ortschaft "Honigberg" gegeben haben und am linken Rheinufer, bei Koblenz, wird ein edler Tropfen, der "Honigberger" gekeltert • Die rumänische und ungarische Benennung wird auf den Namen Hermann zurückgeführt, so hieß wahrscheinlich der Anführer der ersten Siedler bei Honigberg. So ist Honigberg gewissermaßen das "Hermannsdorf" des Burzenlandes, während Hermannstadt, in alten Schriften "Hermannsdorf" genannt, für das Altland zuständig ist. Weitere Informationen und wunderbare Bilder zur Gemeinde Honigberg gibt es an zahlreichen Stellen im Internet . Beispiele: • Die evangelische Kirchengemeinde in Honigberg • Der fantastische Reisebericht In Reiselaune - Geschichten von unterwegs

Geographische

Lage

Honigberg ist eine Gemeinde in Rumänien mit ca. 7000 Einwohnern (Stand 2021). Honigberg liegt im Burzenland - eine Hochebene rund um den Fluß Burzen, ca 10 km nordöstlich von der Kreisstadt Kronstadt (Brasov) mit ca. 300.000 Einwohnern.

Geschichte

Heimatkundlichem Lesestoff von Pfarrer

Reimesch

In seinem Büchlein „Heimatkundlicher Lesestoff für Honigberg“ aus dem Jahr 1916 publizierte Pfarrer Friedrich Reimesch heimatkundliche Erzählungen mit pädagogischem Charakter aus der Vergangenheit der Gemeinde Honigberg und über ihre Umgebung. Hier ein Auszug aus „Das Honigberger Wappen“: Vor 700 Jahren war das Burzenland noch ein Urwald, reich an Sümpfen und Wild. In diesem schrecklichen Walde wohnte ein wildes Volk, die Kumanen und Petschenegen. Im übrigen Siebenbürgen wohnten schon Szekler und Sachsen. Die Kumanen fielen oft raubend und plündernd in Siebenbürgen ein. Der ungarische König Andreas der Zweite wollte das nicht mehr dulden und schenkte das Burzenland und das Gebiet des Geisterwaldes dem deutsche Ritterorden. Das war eine große Vereinigung streitbarer deutscher geistlicher Herren, die früher im heiligen Lande gegen die Türken gekämpft hatten. Sie brachten viele deutsche Bauernfamilien mit und bekämpften die wilden Kumanen. Sie bauten sich am Alt eine Burg, die sie zu Ehren der Mutter Jesu Marienburg nannten. Von hier aus eroberten sie mit Hilfe der Bauern allmählich das ganze Burzenland und bauten noch mehr Burgen. Im Südosten erbauten sie am Eingang in den Bodsauer Paß eine Burg, die sie zum Andenken an das Kreuz Christi die Kreuzburg hießen. Wenn die Ritter von der Hauptburg des Burzenlandes, von der Marienburg zur Kreuzburg zogen und durch die großen Sümpfe am Leimpesch glücklich hindurch gelangt waren, rasteten sie in dem schönen Eichenwalde. Um dort auch übernachten zu können, bauten sie mitten zwischen Marienburg und der Kreuzburg ein Haus. Dazu kamen immer mehr Gebäude, bis die Ritter eine Gemeinde, unser Honigberg gründeten. Am Rande des großen Sumpfes wurde ein weiter Schanzring aufgeworfen. Hinter diesem Graben standen die großen Wagen der Einwanderer in einem weiten Kreise. Die Männer schützten die Schanzburg gegen die Kumanen und als sie die Feinde verdrängt hatten, rodeten sie den Wald ringsum, dann teilten sie die Hofstellen und die Acker aus. Wenn aber der Feind wieder kam, dann verteidigte sich jede Familie an der alten Stelle der - Burg. Später wurde die Burg mit Mauern umgeben und mitten drin das schöne Gotteshaus gebaut. Leider schenkten die Ritter das jenseits der Karpaten eroberte Land nicht dem ungarischen König, sondern dem Papst und deshalb mussten sie nach 14 Jahren das Land verlassen. Sie zogen weithin nach Norden in das Land der heidnischen Preußen, bauten auch dort eine Marienburg und gründeten das mächtige Land der Preußen, dessen König zugleich deutscher Kaiser ist.

Kurzfassung der Chronologie von

Honigberg

Quellen zu diesem Text: Heimatbuch unseres Historikers und Geschichtelehrers Michael Konnerth, Verband der Siebenbürger Entstehung im 13. Jahrhundert Die Anfänge Honigbergs werden gewöhnlich in die Zeit 1211–1225 datiert. In diesen Jahren übertrug der ungarische König Andreas II. das Burzenland dem Deutschen Ritterorden. Der Orden holte deutsche Siedler ins Land und gründete bzw. entwickelte mehrere Siedlungen. Nach dem Abzug des Ordens im Jahr 1225 blieben die deutschen Siedler im Land und bildeten den Kern der späteren siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden. Wikipedia Die erste urkundliche Erwähnung Honigbergs stammt aus dem Jahr 1240. Der Ort erscheint dort als „Mons Mellis“, lateinisch für „Honigberg“ bzw. „Berg des Honigs“. König Béla IV. übertrug damals dem Zisterzienserkloster von Kerz das Patronatsrecht über mehrere Kirchen im Burzenland, darunter Honigberg. Kirche und Kirchenburg Schon im 13. Jahrhundert entstand im Mittelpunkt der Gemeinde eine steinerne Kirche. Die heutige dreischiffige romanische Basilika wird im Wesentlichen in die Zeit um 1270–1300 datiert. Später wurde sie mehrfach umgebaut und erhielt gotische Elemente. Um 1290 entstand der mächtige Westturm. 1400 wird für die Honigberger Nikolaus-Kirche ein Ablassbrief erstellt. 1457 wird die dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche erwähnt 1468 werden die unteren Seitengewölbe der Kirche bemalt Mit den zunehmenden Gefahren durch kriegerische Einfälle wurde die Kirche im 15. und 16. Jahrhundert zu einer gewaltigen Kirchenburg ausgebaut. Die Befestigung erhielt mehrere Mauerringe, Wehrtürme, einen Wassergraben und einen Wehrgang. Innerhalb der Burg entstanden Vorrats- und Wohnräume, in denen die Dorfbewohner bei Gefahr Schutz finden konnten. kirchenburgen.org Damit wurde die Kirchenburg nicht nur religiöses Zentrum, sondern zugleich Schutz- und Versorgungszentrum der gesamten Gemeinde. • 1644 wird der Vorbau des Torturms mit Eingangstunnel errichtet • 1710/11 schenken die Schweden aus dem Heer Karls des XII. den Honigbergern Geld für einen Altar und ein Positiv. • 1787 wird der heutige Barockalter von Franz Eberhard und dem Maler Mohr eingeweiht • 1791 wird die Zugbrücke entfernt • 1794 bekommt der Turm ein neues Dach mit vier Ecktürmchen Kriege und schwere Zeiten Bereits 1241/42 erreichte der große Mongolensturm Siebenbürgen. Später folgten insbesondere im 15. und 16. Jahrhundert Einfälle der Osmanen sowie Truppen aus Moldau und der Walachei. 1421 wurde Honigberg erstmals von den Türken schwer heimgesucht; weitere Angriffe folgten. Besonders schwer waren die Ereignisse des 16. und frühen 17. Jahrhunderts: • 1421 erläßt König Sigismund den Honigbergern den Martinszins für ein Jahr, weil sie durch einen Türkeneinfall großen Schaden erlitten hatten • 1510 leben in Honigberg 132 Wirte, 7 Witwen, ein Siedler, 7 Arme, 1 Müller, 1 Glöckner, 9 Hirte und 1 Schulmeister. 5 Häuser sind wüst. • 1552 wurde Honigberg vom moldauischen Fürsten Ștefan Rareș geplündert und niedergebrannt; die Kirchenburg konnte jedoch nicht eingenommen werden. • 1593 brannten Ort, Kirche und Kirchenburg; 22 Menschen kamen dabei ums Leben. • 1595 wird die niedergebrannte Kirche wieder neu aufgebaut und eingewölbt. • Zwischen 1600 und 1603 wurde der Ort mehrfach von verschiedenen Heeren zerstört. • Am 18. September 1600 brennen die Truppen Michaels des Tapferen Honigberg nieder. • 1612 kam es zu einem der berühmtesten Ereignisse der Ortsgeschichte. • 1710/11 durchziehen die Schweden aus dem Heer Karls des XII. Honigberg Die Belagerung von 1612 Gabriel Báthory, Fürst von Siebenbürgen, zog 1612 mit einem Heer von etwa 7.000 Mann gegen Honigberg. Die Honigberger verweigerten die Übergabe ihrer Kirchenburg. Die Angreifer beschossen die Befestigung und konnten sogar eine Bresche in die Mauer schießen. Die Verteidiger verschlossen diese jedoch während der Nacht wieder. Auch der Kirchturm wurde zur Verteidigung eingesetzt. Nach wenigen Tagen musste Báthory die Belagerung abbrechen. Die Kirchenburg war damit nicht gefallen. Dieses Ereignis wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Honigberger Ortsüberlieferung Bemerkenswert ist, dass die Kirchenburg auch bei späteren Einfällen wiederholt nicht erobert werden konnte. Das Leben der Honigberger Sachsen Über Jahrhunderte war Honigberg eine sächsische Bauerngemeinde. Die Bewohner lebten vor allem von Landwirtschaft, Viehzucht und Handwerk. Wie in anderen siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden bildeten Kirche, Schule und Gemeinde die wichtigsten Institutionen des gesellschaftlichen Lebens. Die evangelische Pfarrgemeinde hatte innerhalb des Burzenländer Kapitels eine besondere Bedeutung. Der Pfarrer von Honigberg gehörte über lange Zeit zu den wichtigen Geistlichen der sächsischen Gemeinden des Burzenlandes. Im Laufe der frühen Neuzeit siedelten sich neben den Sachsen zunehmend auch Rumänen und Roma im Ort an. Dadurch veränderte sich die Bevölkerungsstruktur allmählich. Für das Jahr 1838 wird beispielsweise angegeben, dass von etwa 2.100 Einwohnern noch rund 64 % Siebenbürger Sachsen waren. Vom 18. bis zum 19. Jahrhundert Nach den besonders unruhigen Jahrhunderten stabilisierte sich das Leben in Honigberg zunehmend. Die Kirchenburg verlor allmählich ihre ursprüngliche militärische Bedeutung und wurde stärker zum Mittelpunkt des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. Auch Naturkatastrophen und Krankheiten gehörten weiterhin zum Leben der Gemeinde. Mehrfach wurden die Felder durch Überschwemmungen oder Heuschreckenplagen geschädigt; wiederholt traten schwere Pestepidemien auf. Siebenbürger 1848/49, während der Revolution und der politischen Umwälzungen in Siebenbürgen, wurde die Kirchenburg erstmals in ihrer Geschichte tatsächlich eingenommen. Damit endete die lange Tradition, dass Honigberg seine befestigte Anlage erfolgreich gegen Angreifer verteidigen konnte. Das 20. Jahrhundert – das Ende der alten sächsischen Gemeinde Der entscheidende Einschnitt kam im 20. Jahrhundert. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Siebenbürgen mit Honigberg zu Rumänien. Die Gemeinde blieb zunächst weiterhin stark von der siebenbürgisch- sächsischen Bevölkerung geprägt. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen veränderten diese jahrhundertealte Struktur jedoch grundlegend. Nach 1945 wurden viele Siebenbürger Sachsen zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert; später führten politische und wirtschaftliche Veränderungen sowie insbesondere die Auswanderung nach Deutschland zu einem starken Rückgang der deutschen Bevölkerung. Damit ging die über Jahrhunderte gewachsene sächsische Prägung Honigbergs weitgehend verloren. Honigberg heute Heute heißt die Gemeinde offiziell Hărman und gehört zum Kreis Brașov/Kronstadt. Die rumänische Bevölkerung bildet die große Mehrheit. Von der jahrhundertealten deutschen Vergangenheit zeugen jedoch weiterhin die evangelische Kirchenburg, die Kirche, die Befestigungsmauern, die Türme und die erhaltenen sächsischen Baustrukturen. Die Kirchenburg gehört zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Kirchenburgen des Burzenlandes. Besonders eindrucksvoll sind der große Mauerring, die sieben Wehrtürme, die Vorratskammern und die mittelalterlichen Wandmalereien in der Kapelle. Die Gründung der Honigberger Nachbarschaft am 2. Oktober 1982 An diesem Tag fand in Dinkelsbühl das erste eigentliche Honigberger Heimattreffen statt. Gleichzeitig wurde die Honigberger Nachbarschaft in Deutschland gegründet. Als Gründungsväter werden Michael Birk, Albert Zacharias und Stefan Thiess genannt. Zum ersten Nachbarvater wurde Albert Zacharias gewählt. Damit erhielt die verstreute Honigberger Gemeinschaft in Deutschland eine feste organisatorische Form. Die Bezeichnung „Nachbarschaft“ war dabei bewusst an die traditionelle siebenbürgisch-sächsische Dorfgemeinschaft angelehnt. In Siebenbürgen war die Nachbarschaft eine wichtige soziale Einrichtung, die den Menschen bei Hochzeiten, Geburt, Krankheit und Tod beistand und die Gemeinschaft zusammenhielt. In Deutschland bekam diese Tradition eine neue Aufgabe: Nicht mehr das Zusammenleben im selben Dorf musste organisiert werden, sondern die Verbindung zwischen Menschen, die inzwischen weit voneinander entfernt lebten. Die Leiter der Nachbarschaft Die Entwicklung der Nachbarschaft lässt sich auch an ihren Leitern (die Nachbarväter und -mütter) verfolgen: Zeitraum Nachbarvater / Nachbarmutter 1982–1990 Albert Zacharias 1990–1994 Stefan Thiess 1994–2002 Peter Bedner 2002–2010 Anton Madlo ab 2010 Anneliese Madlo als Nachbarmutter

Unser Wappen

Die Mitglieder der Regionalgruppe Burzenland haben bei ihren Tagungen in Crailsheim 2008 und 2009 beschlossen, die Ortswappen als Körperschaftswappen neu zu erstellen und in eine Wappenrolle eintragen zu lassen. Die Wappen sollen als Dokument unserer Herkunft für weitere Generationen dienen. Hierfür wurde als Beispiel das Wappen der Fahne „Sächsischer Veteranenverein Honigberg (1888- 1938)“ genommen. Diese Fahne begleitet nämlich die Honigberger bei den Trachtenumzügen hier in Deutschland. Der Auftrag wurde gemeinsam von allen Burzenländer Gemeinden an die Ostdeutsche Wappenrolle erteilt. Dazu sind Wappenbriefe und –urkunden erstellt worden, die das Wappen mit Beschreibung enthalten. Das Honigberger Wappen ist unter der Nummer 12100210 in der Ostdeutschen Wappenrolle registriert und die Ortsbeschreibung in deutscher, rumänischer und ungarischer Sprache aufgezeichnet. Es heißt, dass die verschmolzenen Buchstaben ‚F‘ und ‚T‘ auf den Deutschen Ritterorden (Fratres Teutonici) zurück zu führen sind.
Honigberger Nachbarschaft in Deutschland
Burzenland Honigberg Kronstadt Bukarest
Foto: Copyright © Christian Chelu